Mit
Spectators
lieferten Wolfsheim ihr bisheriges Meisterwerk ab. Doch wer Sänger
Peter Heppner und Markus Reinhardt kennt weiß, dass sich die beiden
immer wieder neue Ziele setzen und so ist es nicht verwunderlich,
dass die beiden mit Casting Shadows einem weiteren Karrierehöhepunkt
entgegensteuern. Das Sounddesign der neuen Songs ist noch
vielschichtiger und differenzierter als bisher. Wolfsheim arbeiten
diesmal mit unterschiedlichen Produzenten wie zum Beispiel Andreas
Herbig (A-Ha, Bootsy Collins), Oliver Pinelli (Enrique Iglesias) und
Axel Breitung zusammen. Eine Entscheidung, die sicher entscheidend
dazu beigetragen hat, dass die Platte klangtechnisch in bisher für
Wolfsheim unbekannte Dimensionen vorstößt.
Neben der ersten
Single "Kein zurück" ragen vor allem das ebenfalls auf
Deutsch gesungene, mit einem ansteckenden Disco-Beat unterlegte
"Wundervoll" und der angenehm zurückhaltend arrangierte
Opener "Everyone Who Casts A Shadow" heraus. Wolfsheim
gelingt es auch diesmal, ohne große, sichtbare Veränderungen,
nicht auf der Stelle zu treten. Auch wenn die Neuerungen am
Gesamtsound oft nur marginal sind, Stücke wie das unüberhörbar in
den 80er-Jahren verankerte "Approaching Lightspeed" oder
das in dezenter Melancholie badende "Underneath The Veil"
wären in dieser Form auf dem letzten Album noch nicht möglich
gewesen. Und dass Wolfsheim ein gutes Gespür für unwiderstehliche
Melodien hat, wird spätestens bei dem Titel "I Won't Believe"
deutlich, mit dem sich das Duo wieder einmal selbst übertroffen
hat.